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Von der Leyen will Langzeitarbeitslosen eine neue Chance geben

In ALG II, Bundesregierung, politik on Mai 31, 2010 at 17:13

Ist die von ihr ins Gespräch gebrachte „Bürgerarbeit“ überhaupt neu?

„Hier geht es um diejenigen, die ganz miserable Chancen haben, einen regulären Job zu finden“, sagte Ursula von der Leyen (CDU) der „Bild“-Zeitung. „Jeder bekommt eine Chance. Das zeigt, dass wir es ernst meinen mit dem Arbeitsangebot.“

Da raufen sich die Lager zwischen CDU mit von der Leyen und SPD mit Hannelore Kraft zusammen. (link)

Hierbei geht es um schwervermittelbare Arbeitslose von denen es rund 33.000 in Deutschland gibt.

Das Arbeitsangebot soll auf drei Jahre beschränkt sein, eine 30 Std. Woche beinhalten und der Arbeitnehmer könne 900€ brutto im Monat verdienen.

Das sind 2 von 3 Merkmalen einer „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ (MAE) im Volksmund auch kurz  „1€-Job“ genannt. Wobei es sich um genau zu sein um einen „1,50€-Job“ handelt.

Denn im Fall einer MAE erhält der (vorübergehend nicht mehr) Arbeitslose 100% der Regelleistung des Arbeitslosengeld II (ALG II). Das beträgt für einen Alleinstehenden 359€ im Monat. Dazu kommen dann 180€ aus der MAE ( 120 Std. im Monat á 1,50€). Darüberhinaus übernimmt das Jobcenter die Miete des Betroffenen. Eine 1Zimmerwohnung in Berlin kostet im Durchschnitt ca 300-350€ (warm) im Monat.

Kurz Zusammengefasst:

359€ + 180€ + 325€ = 864€

Da könnte man denken, dass „Max Mustermann“ von der „Bürgerarbeit“ 36€ mehr im Monat in der Tasche hat, bis man genauer hinsieht und feststellt, dass 900€ BRUTTO gemeint sind.

Den ersten besten Brutto-Netto Rechner befragt, stellt man fest, dass auch wenn sich  „Herr Mustermann“ die Arbeitslosenversicherung sparen darf (12,60€), er am Ende des Monats mit nur 726,99€ nach Hause geht.

Kritiker, unter anderem die Linke warnen vor  «Zwangsarbeit zu Niedriglöhnen».

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen wirft von der Leyen vor „bedenklich nahe an die Vorschläge von Guido Westerwelle oder Roland Koch [zu gehen], die seit langem Arbeitslose zu Zwangsdiensten verdonnern wollen“. Langzeitarbeitslose werden per „Müll aufsammeln“ eher in eine Sackgasse geführt, denn in Richtung Vollbeschäftigung.

Ausserdem ist das Modell lange nicht neu, weil es seit 2006 in Sachsen-Anhalt, seit 2007 in Thüringen und unter dem wesentlich attraktiveren Namen „Job-Perspektive Plus“ seit Anfang 2008 in Bayern praktiziert wird.

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